Nachhaltige Ökonomie Langfassung der Kernaussagen

Langfassung der zehn Kernaussagen der Nachhaltigen Ökonomie- Entwurf in der Diskussion

 

Die Langfassung der 10 Kernaussagen finden Sie aufgrund des Umfanges hier als PDF Download [247Kb]


Die vorliegende Langfassung der Kernaussagen der Nachhaltigen Ökonomie basiert auf den zehn Kernaussagen des Netzwerks Nachhaltige Ökonomie, den Ergebnissen des Workshops „Grundlagen der Nachhaltigen Ökonomie“ vom 8. und 9. Oktober 2009 sowie den Veröffentlichungen: Rogall 2008: Ökologische Ökonomie und Rogall 2009: Nachhaltige Ökonomie.

Stand: 25. Oktober 2011



Zeit für eine Nachhaltige Ökonomie

In den vergangenen fast 250 Jahren stand die maximale Steigerung der Gewinne und Güterproduktion im Mittelpunkt der Ökonomie, was mit einem stetigen Wachstum des Ressourcenverbrauchs verbunden war. Angesichts der globalen Gefahren wird sich diese Kurzfristökonomie in Richtung einer Langfristökonomie wandeln müssen, die die Grenzen der natürlichen Tragfähigkeit und die Gerechtigkeitsprinzipien zu respektieren lernt. Hierbei kann die Mehrzahl der traditionellen Ökonomen (inkl. der Umweltökonomen) aufgrund ihrer Dogmen keinen ausreichenden Beitrag für die Entwicklung zu einer Nachhaltigen Ökonomie leisten. Die Ökologische Ökonomie hat einen Teil dieser Lücke geschlossen, deshalb baut die Nachhaltige Ökonomie auf ihren Erkenntnissen auf. Bislang hat die Ökologische Ökonomie ihr Erkenntnisinteresse auf die Frage konzentriert, wie die Grenzen der natürlichen Tragfähigkeit eingehalten werden können. Um die ethischen Grundprinzipien einer Nachhaltigen Entwicklung intra- und intergenerativer Gerechtigkeit sowie Verantwortung einzuhalten, muss eine Nachhaltige Ökonomie aber weitergehen und sich damit beschäftigen, wie ausreichend hohe Standards im Rahmen der natürlichen Tragfähigkeit erreicht werden können (Definition der Nachhaltigen Entwicklung). Insofern sehen wir die Nachhaltige Ökonomie als eine konsequente Weiterentwicklung der Ökologischen Ökonomie an.



Sustainable Science

Seit den 1970er Jahren sind zahlreiche Schulen und Forschungsansätze entstanden, die sich mit der Übernutzung der natürlichen Ressourcen und den Bedingungen einer Nachhaltigen Entwicklung beschäftigen (Sustainable Science genannt). In unseren Ausführungen stehen die ökonomisch orientierten Schulen im Fokus. Als besonders wichtig sehen wir an: (0) Die neoklassische Umweltökonomie (entstanden in den 1970er Jahren), die nur bedingt als Teil der Sustainable Science bezeichnet werden kann, aber ein wichtiger Vorläufer ist, (1) die Ökologische Ökonomie (1980er Jahre), (2) die Neue Umweltökonomie als Unterschule der Ökologischen Ökonomie (1990er Jahre), (3) den Greifswalder Ansatz (GA, Ott; Döring 2004), (4) das integrierte Nachhaltigkeitskonzept der Helmholtz-Gesellschaft Deutscher  Forschungszentren (HGF-Ansatz; Kopfmüller u. a. 2001, Kopfmüller 2006), (5) die Industrial Ecology (1990er Jahre, Isenmann; Hauff 2007). Diese Schulen und Unterschulen haben  wichtige Beiträge für die Sustainable Science geliefert, die durch die Nachhaltige Ökonomie  aufzunehmen und unter einem Dach zusammenzuführen sind, damit sie sich zu einer ernst zu nehmenden Alternative zur traditionellen Ökonomie entwickeln kann.

 

Gefördert durch:

weblogo4a