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Am 13. April 2011 fand in den Räumen der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) der erste Workshop der Autoren des im Herbst erstmals erscheinenden "Jahrbuch der Nachhaltigen Ökonomie 2011" statt.
Unter den Gästen waren auch die Herausgeber und Vetreter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Die Teilnehmer des Workshops wurden vom Präsidenten der Hochschule für Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Bernd Reissert, begrüßt, der über das Lehrangebot der HWR im Bereich der Nachhaltigen Ökonomie und des Nachhaltigkeitsmanagements informierte..
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Bernd Reissert
(Präsident HWR-Berlin)
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Anschließend wurde das Konzept des Jahrbuches „Nachhaltige Ökonomie“ vom geschäftsführenden Herausgeber Professor Dr. Holger Rogall und Redaktionsmitglied Mira Klausen vorgestellt.
Dabei wurde ein umfassender Einblick in die Inhalte und Themenschwerpunkte der künftig jährlich erscheinenden Publikation gegeben.
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Mira Klausen
(Redaktion)
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Daran anknüpfend skizzierten sechs der im 1. Jahrbuch 2011 vertretenen Autoren – die bei dem Workshop 2010 nicht anwesend waren - ihre Beiträge in Impulsreferaten.
Die im Anschluss jeweils stattfindenden Diskussionen wurden von Katrin Fleischer moderiert.
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Katrin Fleischer
(Moderation)
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Essentials einer nachhaltigen Marktwirtschaft
Michael Müller (Deutscher Naturschutzring) ging in seinem Beitrag auf aktuelle Ereignisse und die Arbeit der gerade vom Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission ein. Zur Frage, welchen Stellenwert Wachstum in der Gesellschaft hat, erläuterte er, dass bereits in der Aufklärung eine Idee vom linearen Fortschreiten herrschte, die letztlich der Nachhaltigkeit im Weg steht.
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Michael Müller
(DNR)
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Die Krise der Wachstumsspirale
Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger (Institut für Wirtschaft und Ökologie, Universität St. Gallen) kritisierte in seinem Beitrag das statische Gleichgewichtsmodell der Neoklassik und stellte dar, an welche Denkansätze verschiedener Wirtschaftsschulen angeknüpft werden kann, um die Dynamik der modernen Wirtschaft zu erfassen. Er zeigte außerdem, dass ein Wachstumszwang nur entweder eine nach oben oder nach unten gerichtete Spiralstruktur erzeugt, aber niemals eine wünschenswerte Stabilität auf hohem Niveau.
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Hans-Christoph Binswanger
(IWÖ St. Gallen)
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Die Transformation der Wachstumspolitik in eine weiterentwickelte Nachhaltigkeitspolitik
Prof. Dr. Martin Jänicke (Forschungszentrum für Umweltpolitik, FU Berlin) referierte zum Konzept des „Green Growth“ als Krisenüberwindungsstrategie und benannte potentielle Wachstumstreiber einer „Green Economy“. Er mahnte aber an, dass strukturelle Probleme des Sozialstaates wie etwa Arbeitslosigkeit in ihrer eigenen Logik und nicht an die Wachstumsfrage gekoppelt gelöst werden müssten.
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Martin Jänicke
(FU Berlin)
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Die Wettbewerbsordnung schützt ökologisch negative Marktleistungen
Prof. Dr. Gerhard Scherhorn (WI Wuppertal) stellte dar, wie die bestehende Wettbewerbsordnung die Externalisierung von Kosten befördert und somit eine systematische Übernutzung der Gemeingüter verursacht, die vom Gesetzgeber nicht verhindert wird. Anschließend machte er konkrete Vorschläge für Gesetze im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, wie z.B. die Einstufung von Kostenexternalisierungen als unlautere Wettbewerbshandlung.
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Gerhard Scherhorn
(WI Wuppertal)
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Rolle der Verbraucherpolitik in der Nachhaltigen Ökonomie
Prof. Dr. Karl Kollmann (Universität Wien) erläuterte die Bedeutung des Konsumenten im Zuge einer Nachhaltigen Entwicklung. Hierbei betonte er die Bedeutung der Verbraucherverbände, da der Konsument einer Reihe von sozial-ökonomischen Faktoren unterliegt, die er allein nur schwer überwinden kann. In diesem Zusammenhang forderte er auch den Menschen nicht nur auf eine Rolle – etwa die des Konsumenten - zu reduzieren, sondern vielmehr ihn auch als politischen aktiven Bürger zu betrachten.
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Karl Kollmann
(Universität Wien)
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Nachhaltigkeit - Konkretisierung eines kontroversen Begriffs mit Weltgeltung
Prof. Dr. Eberhardt Umbach referierte über den Inhalt eines Jahrbuchbeitrages, den er mit Holger Rogall verfasst hat. In dem Beitrag steht die Definition einer Nachhaltigen Entwicklung wie sie das Netzwerk Nachhaltige Ökonomie vertritt im Mittelpunkt. Hiermit soll ein Beitrag geleistet werden den Nachhaltigkeitsbegriff nicht zu einem Allerweltbegriff werden zu lassen, sondern ihn mit Nachhaltigkeitsprinzipien und –Managementregeln zu operationalisieren, damit er wie der Demokratiebegriff eindeutig in der Aussage bleibt.
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Eberhardt Umbach
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In der Abschlussrede unterstrich der geschäftsführenden Herausgeber Professor Dr. Holger Rogall nochmals die zentrale Aufgaben des Jahrbuchs: Die Grundlagen der Nachhaltigen Ökonomie sollen zunehmend deutschlandweit in die Lehre integriert und die Öffentlichkeit über die neuen wirtschaftlichen Erkenntnisse informiert werden.
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Holger Rogall
(HWR-Berlin)
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R. Haberland, H. Rogall, M. Klausen, S. Klinkow
29.04.2011
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Fotos: S.Klinkow |