Glossar der Nachhaltigen Ökonomie
There are 111 entries in this glossary.All
| Term | Definition |
|---|---|
| Abfallarten |
Abfallarten (Schenkel 1993: 24): (1) Abraum, der bei der Rohstoffgewinnung anfällt (z.B. fallen bei der Gewinnung einer Tonne Platin 400.000 t Aufbereitungsabfälle und Abraum an) (2) Produktionsspezifische Abfälle (z.B. Dünnsäure, Schlacken, Altöl, Werkstoffreste, aber auch Bauabfälle) (3) Das Produkt selbst nach Ablauf eines Lebenszyklus (Hausmüll und haushaltsähnlicher Gewerbemüll, inkl. Transport- und Verkaufsverpackungen) (4) Infrastrukturabfälle, die durch nachsorgende Umweltschutztechnologien anfallen (Klärschlämme, Filterstäube usw.) |
| Abfallhierarchie nach Abfallrahmenrichtl |
(1) Vermeidung (von Schadstoffen und Verminderung des Ressourcenverbrauchs: Rohstoffe, Luft, Wasser und Energie), (2) Wiederverwendung (Mehrfachverwendung von gereinigten und wiederaufgear-beiteten Produkten und Produktteilen auf dem gleichen technischen Niveau, z.B. Austauschmotoren, runderneuerte Reifen, Mehrwegverpackungen) (3) Stoffliche Verwertung: Wiederverwertung: Rückgewinnung und stoffliche Verwendung der Sekundärstoffe (incl. Hilfs- und Betriebsstoffe) auf dem tech-nisch gleichwertigen Niveau des Ursprungsproduktes oder Weiterverwertung, d.h. die Rückgewinnung und stoffliche Verwendung der Sekundärstoffe auf ei-nem technisch niedrigeren Niveau als das Ursprungsprodukt, z.B. nach einem Kaskadenprinzip (weitgehend sortenreine Trennung von Kunststoffen und Ver-wendung als Werkstoff für innenliegende Produktteile). (4) Sonstige Verwertung, z. B. „thermische“ oder „energetische“ Verwertung: Erzeugung von Biogas oder Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage mit Nutzung der Energie oder Vorsortierung, Trocknung und anschließende energe-tische Verwertung des Abfalls als BRAM. (5) Beseitigung: Vorbehandlung (Aussortierung, Verbrennung, Vergasung usw.) und Deponierung. |
| Agenda 21 |
Die Aganda 21 (lat.: was getan werden muss; Aufstellung der Gesprächspunkte) beschreibt die Probleme und Lösungsansätze der Menschheit im 21. Jahrhundert. Die A.21 stellt damit ein Nachhaltigkeitsprogramm dar, auf das sich die Teilnehmerstaaten der UNCED 1992 geeinigt haben (das aber nicht direkt rechtlich verbindlich ist). Auf der nationalstaatlichen Ebene (z. B. Deutschland) haben viele Regierungen statt nationa-le Agenden Nachhaltigkeitsstrategien beschlossen. Auf kommunaler Ebene spricht man von einer Lokalen Agenda 21. |
| Akteure der Nachhaltigkeit |
Unter Akteure einer Nachhaltigen Entwicklung werden alle Personen verstanden, die durch Handlungen einen positiven oder negativen Einfluss auf die Entwicklung einer Gesellschaft nehmen können. Unter Akteursgrup-pen werden alle Institutionen, Organisationen und Gruppen verstanden, in denen diese Akteure tätig sind. |
| Akteure, in/direkt |
Direkte Akteure werden alle Menschen in Institutionen verstanden, die unmittelbar mit der Rechtssetzung befasst sind: Bundestag, Bundesregierung, Bundesländer und Bundesrat, die EU und bestimmte internationale Organisationen (z.B. die WTO). Indirekte Akteure: In einem pluralistisch verfassten System wie dem der Bundesrepublik existieren darüber hinaus eine Vielzahl von weiteren wichtigen Akteursgruppen, die Rechtsnormen zwar nicht in Kraft setzen können, aber durch ihren Einfluss auf die direkten Akteure trotzdem über ein großes Machtpotenzial verfügen. Diese Akteure und Akteursgruppen werden hier indirekte Akteure genannt: Verwaltungen, Kommunen, Massenmedien, politische Parteien, Interessenvertretungen der Wirtschaft, Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) sowie die Verbraucher und Verbraucherverbände. |
| Allmendeproblem |
Im europäischen Mittelalter verfügten viele Dörfer über gemein-same Weideflächen (Allmende), die oft überweidet waren, während die sich im Eigentum der Bauern befindlichen Weiden nicht übernutzt waren. Das A. benennt also das Problem, dass Menschen mit dem Gemeinschaftseigentum oft weniger sorgfältig umgehen als mit ihrem Privateigentum. Bewertung: Der Umkehrschluss, private Eigentümer würden immer sorgsam und nachhaltig mit ihrem Eigentum umgehen ist aber falsch, wie zahlreiche Beispiele internationaler Holzkonzerne zeigen, die, wo es keine staatliche Unterschutzstellung gibt, skruppellos Wälder abholzten (Scherhorn 2009: 52). |
| Allokation |
Allokation meint die Verwendung (Verteilung) der Güter, insbesondere der Produktionsfaktoren, einer Volkswirtschaft. Ziel ist die optimale Allokation der Ressourcen, d.h. der effizienteste Einsatz der Produktionsfaktoren für alternative Verwendungszwecke. |
| Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik |
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik basiert auf der neoklassischen bzw. Neoliberalen Wirtschaftstheorie, erkennt aber an, dass der Staat zwar nicht aktiv in das Wirtschaftsgeschehen eingreifen soll, aber durch die Verbesserung der Wirtschaftlichenrahmenbedingungen einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen kann. Beispiel eines angebotsorientierten Programms für Deutschland (Sinn 2003): (1) Senkung der Löhne um 10-15%, bei Geringverdienenden um ein Drittel, (2) Vereinigung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe auf einen Satz, der ein Drittel unter dem Sozialhilfesatz liegt, (3) Abschaffung des gesetzlichen Kündigungsschutzes, (4) Abschaffung der Flächentarifverträge, (5) Erhöhung der Arbeitszeit auf mindestens 42 Stunden, (6) dramatische Senkung der Steuern. |
| Armut |
Als Armut bezeichnet man die wirtschaftliche Situation einer Person oder Gruppe, in der sie nicht aus eigener Kraft einen als angemessen bezeichneten Lebensunterhalt bestreiten kann. Hierbei wird unterschieden in: absolute und relative Armut. |
| Ausschlussprinzip |
Unter dem Ausschlussprinzip wird das Recht (die Möglichkeit) jedes Eigentümers eines privaten Gutes verstanden, andere von der Nutzung dieses Gutes auszuschließen bzw. für die Nutzung einen Preis (eine Entschädigung) zu verlangen. |
| Benutzervorteile |
Benutzervorteile sind umweltökonomische Instrumente, um den Erwerb von Produkten zu fördern, die deutlich umweltfreundlicher sind als die durch gesetzliche Ge- und Verbote definierten Standardprodukte. Durch die Einführung dieser Benutzervorteile sollen mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden: (1) Durch die Einschränkung von Standardprodukten soll eine Umweltentlastung stattfinden, (2) die Nachfrager sollen einen deutlichen Anreiz zum Erwerb der umweltfreundlichen Produkte erhalten, (3) die Anbieter sollen zur Umstellung ihrer gesamten Produktion auf diese umweltfreundlicheren Produkte bewegt werden, zumindest soll eine aktive Werbung für diese Produkte erreicht werden. |
| Bruttoinlandsprodukt (BIP) |
Das BIP ist ein Maß, für die in einem bestimmten Wirtschaftsraum (z. B. Deutschland) in einem definierten Zeitraum (z. B. einem Kalenderjahr) statistisch erfassten Leistungen einer Volkswirtschaft. Es gibt somit den Wert aller in einem Jahr erzeugten Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft wieder, die statistisch erfasst werden, wobei die Vorleistungen (Rohstoffe und Vorprodukte) abgezogen werden (weil sie sonst mehrfach würden). |
| Deismus |
Deismus ist eine Glaubensrichtung, die in der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts entstand und davon ausgeht, dass Gott nach der Schöpfung keinen Einfluss mehr auf die Welt nimmt. |
| EcoDesign - Ebenen |
EcoDesign - Ebenen (Tischner 2000: 42) -Redesign (Effizienzstrategie): Das Produkt bleibt in seiner bekannten Form erhalten, seine Teile werden aber ökologisch optimiert (vgl. Kasten Prinzipien des EcoDesign) -Neudesign/Eco-Innovation (Substitutionsstrategie): Es wird ein neues umwelt-freundliches Produkt entwickelt, das die gleiche Dienstleistung wie ein Vorgän-gerprodukt erfüllt -Systeminnovation/Dienstleistungskonzept (Suffizienzstrategie): Es wird versucht Dienstleistungskonzepte zu entwickeln, die auf eine Dematerialisierung der Be-dürfnisbefriedigung abzielen. |
| Effizienzstrategie |
Effizienzstrategie: Vorhandene Produkte werden ressourceneffizienter (inkl. schadstoffärmer) gestaltet. Leitziel ist, die Ressourceneffizienz um den Faktor 10 zu steigern (z. B. „1-Liter-Auto“). |


