Glossar der Nachhaltigen Ökonomie
(erstellt von Philipp Matern, Stand Mai 2012)
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| Term | Definition |
|---|---|
| Abfallarten |
Nach Schenkel lassen sich vier Abfallgruppen unterscheiden (Schenkel 1993: 24):
(1) Abraum, der bei der Rohstoffgewinnung anfällt (z.B. fallen bei der Gewinnung 1 t Platin 400.000 t Aufbereitungsabfälle und Abraum an),
(2) Produktionsspezifische Abfälle (z.B. Dünnsäure, Schlacken, Altöl, Werkstoffreste, aber auch Bauabfälle),
(3) das Produkt selbst, nach Ablauf eines Lebenszyklus (Hausmüll und haushaltsähnlicher Gewerbemüll, inkl. Transport- und Verkaufsverpackungen),
(4) Infrastrukturabfälle, die durch nachsorgende Umweltschutztechnologien anfallen (Klärschlämme, Filterstäube usw.).
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| Abfallhierarchie |
(1)Vermeidung (von Schadstoffen) und Verminderung (des Ressourcenverbrauchs: Rohstoffe, Luft, Wasser und Energie), (2)Wiederverwendung (Mehrfachverwendung von gereinigten und wiederaufgearbeiteten Produkten und Produktteilen auf dem gleichen technischen Niveau, z.B. Austauschmotoren, runderneuerte Reifen, Mehrwegverpackungen),(3)Stoffliche Verwertung: Wiederverwertung: Rückgewinnung und stoffliche Verwendung der Sekundärstoffe (incl. Hilfs- und Betriebsstoffe) auf dem technisch gleichwertigen Niveau des Ursprungsproduktes oder Weiterverwertung, d.h. die Rückgewinnung und stoffliche Verwendung der Sekundärstoffe auf einem technisch niedrigeren Niveau als das Ursprungsprodukt, z.B. nach einem Kaskadenprinzip (weitgehend sortenreine Trennung von Kunststoffen und Verwendung als Werkstoff für innenliegende Produktteile), (4)Sonstige Verwertung, z.B. „thermische“ oder „energetische“ Verwertung: Erzeugung von Biogas oder Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage mit Nutzung der Energie oder Vorsortierung, Trocknung und anschließende energetische Verwertung des Abfalls als Ersatzbrennstoffe. (5)Beseitigung: Vorbehandlung (Aussortierung, Verbrennung, Vergasung usw.) und Deponierung. Das novellierte Abfallgesetz von 2012 nimmt diese Hierarchie zum größten Teil auf. ( Rogall 2012: 713) |
| Abgaben |
Unter A. werden nach der Abgabenordnung alle Zahlungen definiert, die der Bürger an den Staat (im weitesten Sinne) kraft öffentlichen Rechts zu leisten hat. Sie werden unterschieden in: Beiträge, Gebühren, Steuern, Sonderabgaben, Pflichtpfänder und Zölle (Rogall 2008: 270). |
| Absolute Einkommenshypothese von Keynes |
Die a.E. beschreibt den Zusammenhang von steigenden Einkommen und der Konsumquote (Anteil der Konsumausgaben am Einkommen, auch marginale Konsumquote genannt). Hiernach sinkt die Konsumquote bei steigendem Einkommen. (Rogall 2011: 102) |
| Absorption |
Aufnahme und Auflösung von meist gasförmigen Stoffen (Luft, Schadstoffgase etc.) in anderen Stoffen (z. B. Wasser, Filter). |
| Abwärme |
A. ist die anfallende Wärmeenergie, die bei chemischen, physikalischen oder technischen Prozessen als (oft unerwünschtes) Nebenprodukt (Koppelprodukt) erzeugt wird. |
| Agenda 21 |
Die Aganda 21 (lat.: was getan werden muss; Aufstellung der Gesprächspunkte) beschreibt die Probleme und Lösungsansätze der Menschheit im 21. Jahrhundert. Die A.21 stellt damit ein Nachhaltigkeitsprogramm dar, auf das sich die Teilnehmerstaaten der UNCED 1992 geeinigt haben (das aber nicht direkt rechtlich verbindlich ist). Auf der nationalstaatlichen Ebene (z. B. Deutschland) haben viele Regierungen statt nationale Agenden Nachhaltigkeitsstrategien beschlossen. Auf kommunaler Ebene spricht man von einer Lokalen Agenda 21. |
| Akteuersgruppen |
Unter A. werden alle Organisationen, Institutionen, Gruppen usw. verstanden, in denen Akteure tätig sind. (1) direkte Akteursgruppen: Unter d.A. versteht die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie alle Organisationen und Institutionen, die unmittelbar mit der Gesetzgebung oder Auslegung befasst sind und somit die politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen der übrigen Akteure beeinflussen können: Bundestag, Bundesregierung, Bundesländer und Bundesrat, die EU-Institutionen und bestimmte internationale Organisationen sowie mit einem gewissen Sonderstatus die Gerichte. (2) In pluralistisch verfassten Demokratien existieren darüber hinaus viele weitere wichtige Akteursgruppen, die Rechtsnormen zwar nicht in Kraft setzen können, aber durch ihren Einfluss auf die direkten Akteure trotzdem über ein großes Machtpotenzial verfügen. Diese Akteure und Akteursgruppen werden in der neuen Umweltökonomie als indirekte Akteure bezeichnet (Rogall 2003: 79). |
| Akteure ( Mittel) |
Unter Mittel werden alle (Macht)mittel der Akteure verstanden, mit denen die Entscheidungen der anderen Akteure beeinflusst werden können. Unterschieden wird in formelle Mittel (z.B. das gesetzlich fixierte Anhörungsrecht bei Gesetzesvorhaben) und informelle Mittel (z.B. Gespräche, Öffentlichkeitsarbeit, Druck, Korruption). Akteursanalyse: Unter A. versteht die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie die Analyse der Akteure und der Akteursgruppen, die Analyse ihrer Ziele und die Analyse ihrer Mittel zur Zieldurchsetzung. |
| Akteure der Nachhaltigkeit |
Unter A. versteht die Neue Umweltökonomie/Nachhaltige Ökonomie alle Personen, die durch Handlungen einen positiven oder negativen, direkten oder indirekten Einfluss auf eine Nachhaltige Entwicklung haben können, d.h. dafür sorgen können, dass die politisch-rechtlichen Instrumente eingeführt oder nicht eingeführt werden (Rogall 2003). |
| Akteure, in/direkt |
Direkte Akteure werden alle Menschen in Institutionen verstanden, die unmittelbar mit der Rechtssetzung befasst sind: Bundestag, Bundesregierung, Bundesländer und Bundesrat, die EU und bestimmte internationale Organisationen (z.B. die WTO). Indirekte Akteure: In einem pluralistisch verfassten System wie dem der Bundesrepublik existieren darüber hinaus eine Vielzahl von weiteren wichtigen Akteursgruppen, die Rechtsnormen zwar nicht in Kraft setzen können, aber durch ihren Einfluss auf die direkten Akteure trotzdem über ein großes Machtpotenzial verfügen. Diese Akteure und Akteursgruppen werden hier indirekte Akteure genannt: Verwaltungen, Kommunen, Massenmedien, politische Parteien, Interessenvertretungen der Wirtschaft, Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) sowie die Verbraucher und Verbraucherverbände. |
| Akzeptanz |
Unter A. wird die positive Haltung bzw. Einschätzung der Akteure (z. B. Bevölkerung, Unternehmen) gegenüber einer Maßnahme (z. B. Einführung eines umweltpolitischen Instruments) verstanden. |
| Allmendeproblem |
Unter A. wurden (im europäischen Mittelalter) die für die gesamte Dorfgemeinschaft nutzbaren Weideflächen verstanden. Das Allmende-Problem besagt, dass die Wirtschaftsakteure mit dem Eigentum der Allgemeinheit nicht so effizient umgehen wie mit ihrem Privateigentum. Bewertung: Der Umkehrschluss, private Eigentümer würden immer sorgsam und nachhaltig mit ihrem Eigentum umgehen, ist aber falsch, wie zahlreiche Beispiele internationaler Holzkonzerne zeigen, die, wo es keine staatliche Unterschutzstellung gibt, skrupellos Wälder abholzten (Scherhorn 2009: 52). |
| Allokation |
A. meint die Verwendung (Verteilung) der Güter, insbesondere der Produktionsfaktoren, einer Volkswirtschaft. Ziel ist die optimale Allokation der Ressourcen, d.h. der effizienteste Einsatz der Produktionsfaktoren für alternative Verwendungszwecke. ( Rogall 2011: 41) |
| Allokationstheorie |
neoklassische Theorie |


